14 Feb 2021

Challenge zur Fastenzeit

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Die erste Aufgabe lautet: Wir rufen in den nächsten Tagen die Person an, die üblicherweise in den regulären Singstunden neben uns sitzt und erkundigen uns, wie es ihr geht. Dabei ist es egal, ob es die Person rechts oder links neben uns ist oder hinter oder vor uns. Auch unseren Chorleiter wollen wir dabei nicht vergessen und auch nicht die passiven Mitglieder, die natürlich ebenfalls eingeladen sind, sich an der Aktion zu beteiligen.

Angelehnt an das Lied „10 000 reasons“, das der Chor so gerne singt und in dem es darum geht, den Herrn zu preisen, wollen wir nach Gründen suchen, um zu danken. Die Aufgabe für die nächsten 7 Tage lautet: Wir suchen an jedem Abend nach einem Grund, um dankbar zu sein. Möglicherweise eine zufällige Begegnung oder ein Ereignis? Das Danke-Sagen muss natürlich nicht unbedingt nach 7 Tagen enden. Und wer sich die Gründe notiert, wird am Ende ein Dank-Tagebuch besitzen.

Freunde treffen oder Besuche machen ist derzeit nicht oder nur schwierig umzusetzen. Darunter leider häufig besonders ältere oder kranke Menschen. Damit wir diese Menschen nicht vergessen, lautet die Aufgabe: Wir zünden eine Kerze für einen älteren, kranken oder beeinträchtigten Menschen an und sprechen ein Gebet oder schicken gute Gedanken. Und vielleicht können wir uns auch zu einem Anruf aufraffen.

Viele Menschen fühlen sich aufgrund der vielen Einschränkungen bedrückt oder mutlos. Daher lautet der Vorschlag für die kommenden Tage: Wir machen anderen eine Freude. Das können ein paar Blumen sein, die wir verschenken oder wir bringen etwas Selbstgemachtes, Bastelarbeiten oder einen selbstgebackenen Kuchen vorbei. Der Fantasie ist keine Grenze gesetzt und es müssen auch keine teuren Dinge sein, die wir verschenken. Aber vielleicht können wir damit ein wenig Freude in das Leben eines anderen Menschen bringen, auch wenn wir dabei weiter die Pandemie-Regeln einhalten.

Auch wenn es manchen von uns nach dieser langen Zeit der Beschränkungen finanziell schlechter geht, sollten wir die nicht vergessen, die noch viel mehr leiden. Wir schlagen daher als neue Aufgabe vor, eine Spende zu tätigen. Es kann für eine weltweit agierende Organisation wie Misereor oder Brot für die Welt sein, oder wir unterstützen regionales Engagement, zum Beispiel die Tafel oder den Hospizverein. Es gibt natürlich noch mehr Einrichtungen oder Institutionen, die sich über finanzielle Unterstützung freuen, auch wenn es keine große Summe sein muss.

Um die Ansteckungsgefahr gering zu halten, sind wir aufgefordert, Abstand zu halten. Abstand führt aber auch zu Vereinsamung und Isolation. Um dem entgegen zu wirken, schlagen wir als neue Aufgabe vor, jemandem einen Brief oder eine Karte zu schreiben, von dem wir schon lange nichts mehr gehört haben. Vielleicht können wir damit eine Freundschaft erneuern oder älteren Verwandten einfach nur eine Freude machen.

Nachdem wir in den letzten Wochen unseren Vereinsmitgliedern Vorschläge zum alternativen Fasten unterbreitet haben, kommen wir nun zum Abschluss unserer Fasten-Challenge: Dieses Mal geht es ums Verzeihen. Das Verzeihen oder auch das Eingestehen einer Schuld gehört mit Sicherheit zu den schwierigeren Herausforderungen.

Wenn wir in uns hineinhorchen, fühlen wir vielleicht eine Verletzung, die uns jemand durch Worte oder Taten zugefügt hat. Möglicherweise gelingt es uns, zu vergeben?  Oder wir haben einer anderen Person eine Verletzung zugefügt, gekränkt oder beleidigt. Wenn wir uns überwinden und um Vergebung bitten, können wir uns von einer alten Schuld befreien.

Und damit beschließen wir unsere Fasten-Challenge. Wir danken allen, die uns in den letzten Wochen gefolgt sind und unsere Herausforderungen angenommen haben, die wir als alternative Form des Fastens verstehen.

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